Storys

Landschaftsfotografie Schweiz – 12 Fotos und ihre Geschichten

Als leidenschaftlicher Fotograf hält Daniel Brühlmann nicht nur für tnt, sondern auch privat eindrückliche Momente mit seiner Kamera fest.

Text: Daniel Brühlmann
Fotos: Daniel Brühlmann
Landschaftsfotografie Schweiz – 12 Fotos und ihre Geschichten

Auch dieses Jahr war er wiederholt in der Natur unterwegs, immer auf der Suche nach dem perfekten Sujet, um seine Reisen zu dokumentieren. Er hat für uns 12 seiner Fotos ausgewählt – und verrät, wie sie entstanden sind.

Das hätte ins Auge gehen können

Wenn im Mai in den Bergen noch Schnee liegt, kommen in Pontresina die Steinböcke bis an den Dorfrand, um sich am saftigen Gras satt zu essen. Diese beiden Streithähne fanden wir etwas abseits des Rummels. Wohl eher eine Art Spiel der noch jüngeren Männchen, krachten sie immer wieder lautstark mit ihren Hörnern zusammen – und liessen sich dabei von uns nicht stören.

Kurzes Schauspiel

Kurz nach der Passöffnung auf dem Grimselpass. Genau zum richtigen Zeitpunkt gab das dichte Wolkenmeer für einen kurzen Moment den Blick auf einige Gipfel frei. Mit dem Dunst in der Luft explodierten die Farben förmlich zum Sonnenuntergang – bevor Augenblicke später die Wolken wieder anstiegen und das Schauspiel beendeten.

Projekt Murmeli

Um Murmeltiere in freier Wildbahn zu fotografieren, braucht es Geduld. Auch dieses Exemplar auf dem Murtersattel im Schweizerischen Nationalpark verzog sich beim ersten Anblick blitzschnell. Minuten später traute sich der kleine Nager erst zögerlich, dann selbstbewusster wieder aus seinem Bau hervor und warf sich in Pose. Erfolgreicher Abschluss eines selbstauferlegten Projektes. Ziel für nächstes Jahr: Eichhörnchen. Es dürfte nicht einfacher werden.

Zehn Sekunden

Nach einer Übernachtung auf der Rigi hatten wir uns früh aufgemacht, um den Sonnenaufgang zu bestaunen. Doch genau in dem Moment, als sich die Sonne am Horizont ankündigte, zog eine Wolke über den Gipfel und verhüllte alles in ein undurchsichtiges Grau. Keine zehn Sekunden nach dem ersten Foto sahen wir kaum mehr die Hand vor unserem Gesicht und gaben uns einige Minuten später der Natur geschlagen. Eindrücklich, wie schnell das Wetter in den Bergen umschlagen kann.

270 Treppen

Die Wanderung von Zernez zum Hochplateau der Macun-Seen hat es in sich. Total 1600 Höhenmeter müssen überwunden werden – oder nach Apple Watch: 270 Treppen. Doch die Mühen lohnen sich. Der Ausblick vom höchsten Punkt auf die Seenplatte mit den 23 kleinen und grösseren Seen ist spektakulär und lässt die Anstrengungen vergessen.

Plan B

Zurück im Grimselgebiet. Der Plan eines Fotos zum Sonnenuntergang auf dem Sidelhorn hatten hartnäckige Wolken zunichte gemacht. Etwas unterhalb mit Blick auf die höchsten Berner Berge klappte es dann aber doch noch mit einem Foto – auch wenn ich mir hier die eine oder andere Wolke zusätzlich gewünscht hätte.

Nachtspektakel

Endlich, nach zweieinhalb Jahren ging es mal wieder zum Tauchen. Besonderes Highlight war ein Nachttauchgang mit Mantas. Dabei wird mit Lampen Plankton angelockt, das sich im hellen Schein sammelt. Dieses lockt wiederum Mantas an, die das Plankton aus dem Wasser filtern. Beim Tauchgang auf rund 14 Metern versammelten wir uns im Kreis um diese Lampen herum und konnten beobachten, wie immer wieder Mantas darüber schwammen. Imponierend, wie diese Tiere mit einer Spannweite von rund drei Metern dabei millimetergenau über uns Taucher hinwegschwebten.

Lohnender Umweg

Von der Seebodenalp sollte es zum Sonnenuntergang zum Chänzeli gehen. Da wir bei erstbester Gelegenheit den falschen Weg nahmen, landeten wir aber nicht wie geplant direkt beim Aussichtspunkt, sondern etwas weiter oben bei der Rigi Staffelhöhe. Was sich gelohnt hat. Nur so kamen wir auf dem Weg an diesen Bäumen im bereits bunten Herbstkleid vorbei und es entstand mein Lieblingsfoto des Ausflugs. Zurück gings dann aber auf direktem Weg.

Im letzten Moment

Die Region um den Nufenenpass mit dem Griessee stand schon lange auf der Liste meiner Ausflugsziele. Im September sollte es dann soweit sein. Nach einer Wanderung inklusive Grenzübertritt nach Italien wartete ich beim Griessee auf den Sonnenuntergang. Dieser war erst wenig fotogen, und ich hatte mich bereits wieder auf den Rückweg gemacht, als plötzlich Wolken aufzogen und von den letzten Sonnenstrahlen eingefärbt wurden.

«Steinböcke sehen»

Nachdem wir im letzten Jahr im Val Trupchun von Hirschen während der Brunftzeit fasziniert waren, wünschte sich Noemi (11, Sternzeichen Steinbock) zum Geburtstag, Steinböcke in freier Wildbahn zu sehen. Ein halbes Jahr später machten wir uns bei zeitweise leichtem Nieselregen auf den Weg zum Hardergrat, in dessen Jagdbanngebiet die Chance auf eine Steinbock-Sichtung gross ist. Nach einigen Minuten entdeckten wir mit dem Feldstecher ein Gruppe von Steinböcken, die es sich gemütlich gemacht hatten. Die eindrückliche Horde liess sich auch nicht beunruhigen, als wir uns ihr vorsichtig näherten und sie aus angemessener Distanz bestaunten und fotografierten.

Fotoparadies

Das Lötschental ist nicht nur im Herbst ein Besuch wert. Dann aber besonders. Wenn sich die Lärchen in ihr goldenes Herbstkleid werfen, erstrahlt das lange Tal in vollem Glanz – und lässt mich vor Begeisterung manchmal etwas kopflos herumrennen. Dieses Seeli zum Sonnenuntergang hatte ich mir aber bereits am Morgen ausgesucht – musste dann jedoch improvisieren, als der Fotospot bei meiner Rückkehr am Abend bereits besetzt war. Der Blickwinkel ab einem kleinen Felsbrocken auf der anderen Seeseite liess aber nur wenig zu wünschen übrig.

Bahnfrei

Eine gute Zeit für einen Besuch beim beliebten Bachalpsee oberhalb von Grindelwald ist dann, wenn die Gondelbahn wegen der Revision geschlossen ist. So hatte ich an diesem Abend im Spätherbst den See fast ganz für mich alleine. Zeitweise beinahe windstill spiegelte sich die Berner Bergprominenz im Bergsee und sorgte für ein Sujet nach meinem Geschmack. Da lohnt sich der lange Zustieg, auch wenn sich der Rückweg von zweieinhalb Stunden in der Dunkelheit dann doch etwas hinzog.

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Mehr dazu erläutert Ihnen gerne Daniel Brühlmann:
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